Vivanco – Ein „kleines“ Weinmuseum oder Dr. No’s Weinkeller

Es ist Tag 3 meiner Reise durch Spanien. Ich lümmle noch etwas müde und in wohliger Erinnerung an den Besuch bei der Bodega Cámbrico im Auto als wir am „kleinen“ Weinmuseum von Vivanco ankommen. Eigentlich stand nur ein Besuch bei Murrieta auf dem Plan (Artikel dazu folgt nächste Woche).
Doch als der Präsident des Weinbauverbandes im Rioja gehört hat, dass wir kommen, sollten wir unbedingt sein Museum besichtigen.

IMG_9375Auf Theorie hatte ich eigentlich gar keine Lust und so schleppte ich mich etwas träge in Richtung Eingang. Doch kaum war ich im Gebäude war meine Unlust wie weggewischt. Von wegen kleines Museum. Museum der Weinkultur! Museum auf 4.000 m². Große Räume mit eindrucksvollen Ausstellungsgegenständen. Es beginnt mit einer kleinen Geschichte des Weines im Rioja. IMG_9386Wir steigen in den Keller und dort geht es um Produktionsmethoden von Korken, Fässern und Flaschen. Es gibt einen Aromaraum und das Beste – wir haben das ganze Museum für uns allein. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus und könnte hier bestimmt viele Tage zu bringen und jeden Tag einen neuen interessanten Artikel schreiben. Kaum haben wir die Geschichte hinter uns gelassen, geht es wieder hinauf zur größten Korkenziehersammmlung der Welt. Ich komme mit meinen Notizen nicht mehr hinterher und versuche mit meiner Gruppe Schritt zu halten. Unser Guide bringt uns in den nächsten Raum zu einer kleinen Kunstsammlung. Nein, hier finden sich nicht wirklich ein echter Picasso, edle Wandteppiche und viele Skulpturen in diesem kleinen Weinmuseum.

Dr. No’s Weinkeller

IMG_0504Aber das Alles stellt nur den Auftakt zum großen Finale dar. Wir verlassen das Museum und laufen über eine kleine Straße zu einem Glaspavillion. In der Mitte des Pavillions befindet sich ein gläserner Aufzug und wir fahren hinunter in einen Weinkeller, der tatsächlich dem ersten James Bond Film entspringen könnte. Hier wird tatsächlich Wein produziert, aber so richtig glauben mag das bei der fast klinischen Sauberkeit keiner. Es geht durch dunkle Gänge und überall an den Wänden stehen Weinfässer über Weinfässer. Ich habe schon edle Weinkeller gesehen, aber das hier übertrifft Alles. Es scheint, dass das gesamte Areal unterkellert ist und wir gelangen schließlich in einen octagonalen Raum, der ebenfalls über und über mit Weinfässern vollgestellt ist. Ich versuche die schiere Anzahl zu schätzen und gebe schließlich auf.

Wir erfahren, dass die gesamte Kelleranlage über eine gleichbleibende Temperatur (12-16°) und Luftfeutigkeit (80-90%) verfügt, damit die Weine optimal reifen können. Die Fässer sind aus amerikanischer oder französischer Eiche hergestellt und ergänzen die klassischen Rioja Aromen Kokusnuss und Vanille ideal. Die französische Eiche ist dabei am besten geeignet für längere Reifeperioden.

IMG_9460Schließlich kommen wir zu einer feinen Weinprobe, bei der wir einen großen Teil des Vivanco Sortiments verkosten dürfen. Abgerundet wird unser Besuch durch ein wunderbares Essen und ich kann jedem nur einen Besuch dieses wundersamen Ortes empfehlen.

Und an welch wundersamen (Wein-) Orten warst Du schon? Schreib mir eine eMail an ar@nullweinpunk.de!

Alexander

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Alexander

Unterwegs im Auftrag des Weines... Die Liebe zum Wein wurde mir schon in die Wiege gelegt, als sich meine Eltern auf dem Weinfest in Volkach kennen gelernt haben. Als Kommunikationstrainer und begeisterter Netzwerker bin ich heute in der Welt unterwegs auf der Suche nach immer neuen Geschichten und feinen Köstlichkeiten.

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