Bodega Cámbrico

Bereits die alten Römer haben in der Nähe von Salamanca in der Sierra de Francia Wein angebaut. Im 11. Jahrhundert kamen dann französische Einwanderer und bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurden kleine Mengen Wein für den Eigenbedarf produziert.

Heute sind 85% der Weinberge in dieser Region verlassen, weil viele junge Leute vom Land in die Stadt gezogen sind.

Bodega Cámbrico

Fernando von der Bodega Cámbrico holt uns in der Dorfkneipe des Nachbarortes ab und begrüßt uns in fließendem Englisch. Der Spaßvogel unserer Truppe erwidert, ob er nicht auch Deutsch könne und Fernando wiederholt seine Begrüßung in unserer Sprache. Sehr fit, der Mann! Wir einigen uns dann aber doch auf Englisch und machen uns auf den Weg zur Bodega.

Fernando ist eigentlich Biologe und Feinkosthändler, doch 1999 hat er einen besonderen Weinberg entdeckt. In diesem Weinberg wächst die extrem seltene Rebsorte Rufete, die es sonst nur in Portugal gibt. Diese Sorte reift früh und erbringt leichte und fruchtige Rotweine. Für Fernando sollte diese Entdeckung die Initialzündung für sein Weingut sein.

Es regnet und Fernando führt uns über einen kleinen Waldweg zu seiner Bodega. Das Gebäude ist noch nicht ganz fertig und wir nehmen an einer weiß gedeckten Tafel Platz. Es ist kühl und unsere Weine stehen schon für uns bereit. Es wird ausschließlich Rotwein geben und wieder wird er deutlich kühler serviert, als ich das gewohnt bin.

IMG_9303Fernando erklärt uns, dass auf Grund der großen Höhe von 700 – 900 m die klimatischen Bedingungen für hochwertige Weine ideal sind. Seine Weine würden sehr gut altern. Ein weiterer Qualitätsfaktor sind die teilweise 100 Jahre alten Weinberge. Allerdings war der Kauf stellenweise sehr schwierig, da viele Eigentümer oft Spitznamen haben und unter ganz anderen Namen im Amtsregister eingetragen sind.

Mit nur sechs Mitarbeitern produzierte die Bodega 2012 20.000 kg Trauben, 2013 30.000 kg und 2014 bereits 40.000 kg. Diese Reihe soll sich allerdings nicht weiter fort setzen. Die Qualität ist hier deutlich wichtiger, als die produzierte Menge.

Unser Einstiegswein in diesen Nachmittag heißt Vinas del Cambrico. Er kostet 11 € und schmeckt sehr kirschig und duftet animalisch nach Leder. Zum Vergleich bekommen wir die Jahrgänge 2011 und 2013 serviert. 2011 schmeckt mir sehr viel besser, was die Alterungsfähigkeit der Weine belegt. Parallel zum Wein gibt es ein wunderbares Essen und mir fällt auf, dass die Spanier auch viel weißen Spargel essen.IMG_9309
Es folgt ein spannender Wein namens 575 uvas. Uvas heißt auf Spanisch Traube und eine Flasche dieses Weines wird aus genau 575 Weinbeeren erzeugt. Neben dem aktuellen Jahrgang 2012 haben wir das Privileg auch den Jahrgang 2008 zu kosten. Normalerweise gibt es vielen Weingütern keine älteren Weine zu kaufen. Der 2008er uvas stammt aus einer Lieferung für Kasachstan, die speziell gelabelt wurde. Allerdings musste sich der Importeur umbenennen und so konnte Fernando die Weine nicht mehr ausliefern. Sein Peck unser Glück.

Eine Flasche für 100 €

Die Stimmung steigt im Laufe des Nachmittags, ich genieße herrlichen Käse zum Wein und zwischendurch immer wieder den wunderbaren Ausblick über das Land. Wir sind bei der 5 oder 6 Flasche Wein angelangt und bekommen ein „unmoralisches“ Angebot. Einen Rufete aus dem Jahr 2004 für den läppischen Preis von 100 €. Bevor ich lange überlegen kann, steht die Flasche schon am Tisch. Der Wein ist wirklich etwas Besonderes und wir trinken sehr andächtig in kleinen Schlucken.

Eine besondere Ehre

Doch auch bei Fernando zeigen seine Weine Wirkung und mit einen verschmitzen Grinsen führt er uns in sein Heiligtum. Ich habe die große Ehre an einer Fassprobe teilnehmen zu dürfen. Hier werden die ganz junge Weine, die noch im Holzfass reifen, geöffnet und ich darf einen kleinen Eindruck bekommen, was uns in den nächsten Jahren von der Bodega Cámbrico erwartet.

Dies ist der dritte Teil einer Serie über Wein und Essen in Spanien. Die anderen Teile findest Du hier:

  1. 10 Tage Food & Wine Experience in Spanien
  2. Schinken soweit das Auge reicht.

 

Alexander

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Alexander

Unterwegs im Auftrag des Weines... Die Liebe zum Wein wurde mir schon in die Wiege gelegt, als sich meine Eltern auf dem Weinfest in Volkach kennen gelernt haben. Als Kommunikationstrainer und begeisterter Netzwerker bin ich heute in der Welt unterwegs auf der Suche nach immer neuen Geschichten und feinen Köstlichkeiten.

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